Nanne Meyer: von wegen | Atelier Liebermann, 23.8.–3.10.

 

 

TAKTILE Wort-Zeichnungen

Bereits seit den 1970ern widmet sich Nanne Meyer ausschließlich und akribisch der Arbeit auf Papier. Ihre Mischtechnik aus allem, was man Mit und auf Papier So anstellen kann, zeigt, wie endlos kreative Variationen selbst bei der Beschränkung auf nur ein Medium sein können.
Nanne Meyer: Landkarte Karte des Oben | © Nanne Meyer
Nanne Meyer: Landkarte Karte des Oben | © Nanne Meyer

Papierblätter, Bücher, Blindbände und immer wieder auch Landkarten, Atlasseiten oder Stadpläne sind Nanne Meyers Ausgangsmaterial. Nanne Meyer malt, zeichnet und schreibt direkt auf ihr „found footage“. Mal sind es Kritzeleien und zarte Linien, mal Punkte und Kleckse oder auch Schnitte und aufgeklebte Fetzen.

Die Künstlerin übermalt und verändert damit einerseits Grenzen und Territorien und überschreibt das Vertraute mit neuen Interpretationen, die mit viel Wortwitz auch auf die Absurdität starrer Grenzregime hinweisen.

Nanne Meyer: Atlasseite | © Nanne Meyer
Nanne Meyer: Atlasseite | © Nanne Meyer

In ihren Zeichnungen und Collagen kommt der Sprache eine besondere Bedeutung zu: unauffällige Alltagsbegriffe werden poetisch verfremdet zu stimmungsvollen Bildern.

Eine besondere Liebe scheint sie dabei zu den unscheinbaren doch umso wirkungsvolleren deutschen Wörtern zu haben, den Partikeln: also, allerhand, allemal, zwecks, ohnehin, beziehungsweise, sogar. Wer einmal versucht, diese Worte bildlich darzustellen, wird schnell an seine Grenze kommen.

Nanne Meyer: beträchtlich, beziehungsweise, also (2017) | © Nanne Meyer
Nanne Meyer: beträchtlich, beziehungsweise, also (2017) | © Nanne Meyer

Doch Nanne Meyer findet zu jedem Wort mehr als ein sprechendes Bild und schafft es, in ihren „Wort-Zeichnungen“ neue Bedeutungstiefen und amüsante Konnotationen dieser so kontextlosen und unscheinbaren Wörter. Für ihr geistreiches Werk wurde sie 2014 mit dem Hannah-Höchst-Preis ausgezeichnet.

Im Atelier Liebermann findet sich eine Auswahl ihrer Blindbände, Karten und Collagen. Für alle Fans von Worten und Papier ein unbedingt empfehlenswertes Sinneserlebnis.

_____________________
Nanne Meyer: von wegen
Atelier Liebermann im Haus Stiftung Brandenburger Tor, Berlin
23. August bis 3. Oktober 2018
www.nannemeyer.de

Zurück zum Blog!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.